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Projekt Fehlertexte

Konzept und Umsetzung: Ingke Günther, Fotografie: Jörg Wagner

Fehlertexte

Fehler sind sympathisch. Fehler können weitreichende negative Folgen haben. Oder Fehler führen zu Überraschungen und neuen Wegen. In den vergangenen Corona-Monaten sind die kleinen wie groben Fehlstellungen in vielen Bereichen unseres Lebens noch offenkundiger geworden, als sie es ohnehin schon waren.
Besonders im fragilen System der Kulturlandschaft, in dem viel auf Kante genäht ist, zeigt sich, dass einiges ziemlich fehlerhaft läuft. Was könnten wir zukünftig besser machen? Was zeigt sich in dieser Zeit, die wie eine einzige Fehlstellung erscheint, als überraschend positiv oder als Chance? Und wo müssten wir mit unserer Fehlertoleranz an ein Ende kommen und uns wehren?

Fehlertexte

„Was denkst Du über Fehler?“ Ich frage Kolleg*innen, die im weiten Feld der Kunst und Kulturarbeit tätig sind.

Wahrscheinlich haben wir einen der schönsten Berufe der Welt. Wahrscheinlich macht er uns glücklich. Wahrscheinlich reibt er uns aber auch auf. Und bringt uns immer wieder an unsere Grenzen, ökonomisch wie kräftemäßig. Viele von uns beackern verschiedene Baustellen, um über die Runden zu kommen. Oft kommt das Eigentliche zu kurz und andere Notwendigkeiten überlagern die Kunst oder das, was wir wirklich wollen. Es gibt vielfältige Missgriffe und Niederlagen, die uns Kulturschaffende begleiten.
Ich frage: Was würdet Ihr gerne vermeiden, welche Fehler nie mehr machen oder welche grundsätzlichen „Fehler im System“ gerne ausradieren? Was erscheint Euch überflüssig, mäßig tauglich oder schlicht falsch? Aus welchen Fehlern habt Ihr gelernt? Was wollt Ihr nie wieder tun?
Ich frage: Was denkst Du über Fehler? Und meine damit sowohl den kleinen Patzer als auch das schmerzhafte Scheitern, die täglichen Fehlleistungen oder den großen gesellschaftlichen Irrtum. Die Antworten können nur einen Satz umfassen oder eine Seite füllen.

Fehlertexte

Anschließend möchte ich jedes Statement mit der Fotografie von einem Objekt verbinden, das ganz mechanisch für die Entfernung von Fehlern steht: einem Radiergummi. In meinen Archiven, die einige Alltagsobjekte bergen, befindet sich auch eine Ansammlung benutzter Radierer, die sich bereits rechtschaffen um einige Fehler gekümmert haben.
Sie werden für dieses Projekt jeweils einzeln als Kleinplastiken fotografisch porträtiert. Alle eingesendeten FEHLERTEXTE werden abschließend einem Radiergummiporträt zugeordnet und in einem gestalteten Künstlerbuch veröffentlicht.

Das Projekt soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen werden. Es wird durch eine Förderung der Hessischen Kulturstiftung unterstützt.